resources für Deutsche in California

Hier ein paar links newbies in California:

californiagermans

Quelle: californiagermans

Gaba-network

Quelle: GABA

Deutsche Schulen in der Bay Area:

GISSV               

Quelle: GISSV

GAIS

Quelle: GAIS

South Bay Deutscher Schulverein

Quelle: SBDS

Es gibt außerdem eine yahoogroup für Familien, die sich Kindertreff Bay Area nennt.

Und noch ein paar facebook Seiten:

California Germans

Germans in California

Germans in San Francisco and Bay Area

lunch @ the greatest company on earth

Die girls hatten vor zwei Wochen Ferien (Presidents week) und da sind wir mal spontan ins Café Mac im Infinite Loop, dem heiligen Platz unter all den hunderten, von Apple besetzen Gebäuden im nicht so sehenswerten Cupertino gefahren, und haben uns dort mit hubby/daddy zum Mittagessen getroffen. Mensch, das ist ja very unspektakulär. Ist eine etwas modernere Kantine, die zugegebenermaßen sehr leckeres Essen für einen mäßig vergünstigten Preis anbietet. Es gibt eine Sushi-Bar, eine Burrito-Bar, eine Eiscremebar, einen Pizzaofen, in dem für die Mitarbeiter und all die anderen Besucher-Kinder Pizza frisch zubereitet wird. Die Salatbar fand ich ziemlich gut, denn nachdem man sich alle Zutaten ausgesucht hat, wird die Combo aus deiner Plastikschüssel in eine Metallschüssel umgefüllt, mit dem Dressing und auf Wunsch mit einer halben Avocado ordentlich durchgemischt. Großes Tennis, denn ich kann es nicht leiden, wenn man einen Salat von einer Bar oder im Supermarkt kauft und die leckeren Zutaten alle nur oben auf einen Haufen Grün gestreut werden, man den Salat aber nicht anständig mischen und klein schneiden kann, weil die Plastikschüssel viel zu klein ist. 

Da saßen wir dann zu viert in der kalifornischen Februar-Sonne und haben es uns schmecken lassen. Im Gebäude gegenüber konnten wir die Rolladen bewundern, hinter denen Jony Ive arbeitet. Und um uns herum die seltsame Gattung der iSlaves. Es gab doch erstaunlicherweise einige, die sich einfach miteinander unterhalten haben, aber viele gucken wohl auch in der lunch break nur auf ihr iPhone/iPad/Macbook – strange! Das Durchschnittsalter liegt definitv unter 30. Die jungen, motivierten Mitarbeiter arbeiten gerne 24/7 für das Unternehmen, das mittlerweile mehr wert ist als die Schweiz . Die Frage ist, wie lange man das so aushalten kann. Eine Kollegin hat neulich aufgehört und sich mit diesem Satz verabschiedet: “We all live two lives until we realize that we only have one.” Das hat mir gefallen. 

Wir haben unser seltenes Familien-Mittagessen auf jeden Fall sehr genossen. Die vier Kölner in Mitten der bunten Silicon Valley Mischung: die durchschnittlichen, amerikanischen techies, viele Inder mit ihrem charmanten Akzent, asiatischen Frauen und im Großen und Ganzen nur sehr wenigen geschmackvoll gekleideten Menschen. Mein Mann weiß es zwar seit Jahren zu schätzen, dass die Arbeitskleidung im Valley sehr casual ist und selbst CEOs auch mal in Shorts und Flip-Flops zum Meeting erscheinen, aber ich muss doch schon sagen: Der Apple Nerd mit Fußpilz in Adiletten war mir persönlich dann doch zu viel.

changing times

Gestern wurde meine kleine Tochter operiert. Polypen raus und Mandeln “geschält”. Die OP ist super gelaufen und wird hier auch nur ambulant durchgeführt, so dass wir nur 3 Stunden nach der OP wieder nach Hause konnten. Ich war ziemlich beeindruckt vom ambulanten Operationssystem bei Kaiser Permanente. Jeder Patient hat dort immer bei OPs, beim Röntgen oder anderen Behandlungen ein Armband mit einem Barcode und so konnten wir Eltern, nachdem wir uns von unserer Tochter im Vorbereitungsraum verabschiedet hatten, immer sehen, wo unser Kind gerade war: Pre-OR (=OP), OR/in procedure oder dann in recovery. Das fand ich ziemlich angenehm für die wartenden Angehörigen bzw. Freunde. Der Arzt ist außerdem direkt nach der OP zu uns gekommen und hat uns genau erklärt, wie die OP gelaufen ist. 

Wie auch immer, zu Hause gab es natürlich dann extra Zeit auf dem ipad, jede Menge Fernsehen und popsicles (Eis am Stiel). Woraufhin sich unsere Große, just aus der Schule heimgekehrt, natürlich sofort über diese Ungerechtigkeit beschwert hat. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtig-keitssinn und alles muss hier “fair” zwischen den Schwestern ablaufen. Wir haben sie dann aufgeklärt, dass hier grad gar nix unfair ist, da sie vor 8 Jahren dieselbe OP hatte, die bei ihr allerdings nicht so reibungslos verlaufen war, da der HNO-Chefarzt des St. Franziskus Krankenhauses in Köln-Ehrenfeld mal richtig geschlampt hatte und sie, die blutspuckende 3jährige um 5 Uhr morgens nochmal notoperiert werden musste. Daraufhin haben wir ganze 3 Tage in diesem schrecklichen Krankenhaus verbracht und ihr den ganzen Tag vorgelesen, Puzzles gemacht, Hörspiele gehört, Pudding gefüttert und Fernsehen geguckt. Da fragte mich unsere Jüngste ganz erstaunt, warum ihre Schwester denn nicht auf dem ipad, iphone oder i-irgendwas spielen durfte. Sie sah mich sehr ungläubig an, als wir ihr erklärten, dass es damals noch keine iGeräte gab. 

Da ich nun heute, am Tag nach der OP, auch den Großteil des Tages neben meiner Tochter auf dem Sofa oder im Bett verbringe, sind mir all die Dinge eingefallen, die es vor nur 8 Jahren noch gar nicht gab oder mit denen ich in Köln zumindest noch nichts zu tun hatte. 

Heute sind sie ein fester Bestandteil unseres Lebens – und da ist es auch für mich manchmal schwer zu glauben, wie sich die Welt und unser Leben in den letzten 10 Jahren verändert hat.

Smartphones sind jünger als 8 Jahre! Was würden die Menschen im Silicon Valley und dem Rest der Welt nur ohne ihre smartphones machen?? Wenn du heute hier einfach so einen Menschen an der Straße stehen siehst, der nicht an seinem phone rumfummelt, willst du doch gleich anhalten und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Social Media: Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr, Pinterest… Ich benutze nur 2 davon, muss ich zugeben.

youtube: I absolutely love youtube, weil man da massenweise how to… Anleitungen für allen möglichen Mist findet. Dort habe ich neulich einen Verschluss für die Freundschaftsbändchen gefunden, dort hat mein Mann gelernt, wie er unseren Fernseher mit nur 3 Teilen für je 2 $ repariert und  dort finden die girls die Anleitungen für Rainbow Loom und Littllest pet shop accessories. Aber ich hasse auch youtube, weil es so unglaublich schwierig ist, einen Filter für kids drauf zu setzen. Für Hinweise bin ich dankbar.

Es gibt Apple Stores zwar schon seit 2001 in den USA, aber in Deutschland erst seit 2008 der erste Store in München eröffnet wurde. Apple stores sind einfach gut gemacht, Apple verkauft eben nicht nur gute Geräte sondern auch lifestyle und knowledge. Mancheiner wird jetzt behaupten, das ist der schlechte Einfluss meines Mannes, der für Apple arbeitet und schon absolut gebrainwashed ist, aber ich war eigentlich der erste Apple-Fan in der Familie und ich weiß den guten Service in den Stores wirklich zu schätzen. Die Genius bar hält was sie verspricht und bisher war keinem keine meiner Fragen zu blöd! Einmal hat ein Mitarbeiter mit Hingabe die Tastatur meines uralten weißen MacBooks gereinigt, während er mir erklärt hat, dass mein Macbook zu alt für den Software update wäre, so dass es hinterher fast wie neu aussah. For free!

Vor 10 Jahren gab es auch noch keine tablets, womit ich jetzt wieder bei Apple landen könnte… aber es gab auch noch keinen Amazon kindle und ich war bis vor einem Jahr auch noch eingeschworene Gegnerin von eReadern. Nachdem wir unserem Vater einen kindle paperwhite zum 70. geschenkt haben und ich ihn für ihn eingerichtet hatte, bin ich allerdings schwach geworden. Ich finde den paperwhite wirklich klasse und habe,  seitdem ich ihn besitze viel mehr gelesen sonst. Und zum Reisen ist eignet sich dieses Gerät einfach großartig.

Google Maps: Da wir noch nie Besitzer eines Navis fürs Auto waren, hilft uns Google Maps immer dann weiter, wenn wir uns wirklich nicht mehr auskennen.

Podcasts: Prima Sache, benutze ich persönlich eher sporadisch. Höre lieber Hörbücher auf audible. 

Netflix: Gibt es ja jetzt auch in Deutschland und wir gucken das Meiste, das wir sehen auf Netflix. Fernsehen was, wann und wo du willst. Gute Filme, Serien und auch viele interessante Dokus, bei denen ich hier im Fernsehen noch nicht mal wüsste, wo die alle laufen. Kinderserien auf Abruf, sehr nützlich, vor allem bei Krankheiten!

Blu-Ray: Haben wir nicht. 

Google driverless car: Haben wir auch nicht. 

Mal sehen was sich bis 2025 noch so alles ändern wird. 

good year start

Es ist der 3. Februar in San Jose, die Sonne scheint und es sind 22 Grad, manchmal nicht zu glauben. Alle an der Ostküste und in Europa werden wohl gerade vor Neid aufstöhnen. Aber mir fehlt tatsächlich ein bisschen schlechtes Wetter zu dieser Zeit des Jahres. Manchmal will man doch einfach die Fenster und Türen zumachen, sich aufs Sofa fläzen, Tee trinken und ein bisschen vor sich hinbrummeln. Wegen diesem ständig schönen Wetters kriege ich es auch seit Jahren nicht geschafft, alle meine Fotos endlich mal einzukleben und die Fotoalben meiner Kinder fertig zu stellen. 

Jaja, jammern auf hohem Niveau. 

Auf dem Weg von der Schule nach Hause sagte heute sogar eine amerikanische Nachbarin zu mir, dass sie immer noch auf den Winter wartet und sich ein paar düstere Regentage wünscht. Sie war richtig happy, dass jemand ihr Gefühl teilt. Diese Befindlichkeiten kommen aber auch nicht von ungefähr. Es regnet hier einfach viel zu wenig und dieser Januar war der trockenste seit 1984Kalifornien braucht dringend Regen und Schnee in den Sierras, sonst wird das ein noch schlimmeres DürreJahr als 2014. Es hat bisher nur etwa so 10 Tage im Dezember geregnet und wir brauchen dringend mehr Wasser.

Anyway, meine kleine Tochter hat das Wetter heute sehr genossen und fuhr mit ihren Rollerskates in der Nachbarschaft herum, in der Tasche ein Whiteboard und Stifte, um sich dann an ihrem Lieblingsplatz an der Straßenecke nieder zu lassen und ein bisschen zu kritzeln.

Als sie wiederkam, überreichte sie mir das:

Ein schöner Mütter-Moment.

Ich habe das Gefühl, es wird ein gutes Jahr…

…und hoffe, dass es bald regnet!

About

In meiner Brust schlagen zwei Herzen: eins für California und eins für Köln. Seit mehr als 7 Jahren schon lebe ich mit meiner Familie unter der fast immer sonnigen Käseglocke des Silicon Valleys und obwohl ich mich an viele Annehmlichkeiten des amerikanischen Lebens gewöhnt habe, vermisse ich regelmäßig meine nicht so schöne, nicht so sonnige, enge, laute aber ehrliche, herzliche und vertraute Heimatstadt.

Beobachtungen aus dem Alltag einer Ausgewanderten, die nicht weiß, ob das Wandern schon zu Ende ist.

There are two hearts beating in my chest: one is german and beats for Cologne and the other one is Californian. My family and I have been living here under the cheese dome of the Silicon Valley for more than 7 years now. Even though I got used to all the conveniences of the American culture and lifestyle, the beauties of this golden state and even though I call this place home for now, I am still missing my big, dirty, crowded, loud, not so sunny, but honest and warm hometown of Cologne and my german people almost every day.

This blog is about the observations in the every day life of an expat who doesn’t know if she should stay or she should go.

food shopping

Meine Hauptprofession hier in San Jose ist – außer ein paar Kindern das Lesen und Schreiben in deutsch beizubringen – in erster Linie eine “stay-at-home mom” zu sein. So wird hier – relativ elegant wie ich finde – eine Hausfrau und Mutter bezeichnet. Es gibt aber noch andere witzige Bezeichnungen, die ich nicht übersetzen möchte, denn sie hören sich auf Englisch einfach besser an. Meine Favoriten sind:

Masters & PhD in Patience,

Household CEO,

Family Law Enforcer,

Personal Chauffeur & Driving Expert,

Birthday Party Planner,

Playdate Social Secretary,

President of Waste Management,

Personal Shopper,

Tooth Brushing Instructor oder

Non-TV Activity Coordinator.

Alles gute Beschreibungen für den Lebenslauf zum Wiedereinstieg in den Beruf.

Einkaufen ist wohl eine der Hauptbeschäftigungen von stay-at-home moms. Ich weiß leider nicht mehr so wirklich, wie das so in Deutschland war, aber ich glaube, es gibt Ähnlichkeiten. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit meinem Fahrradanhänger den Aldi-Großeinkauf in Köln-Ehrenfeld erledigt habe, dann noch auf den Markt auf dem Neptunplatz und am Ende zu REWE und in den Bio-Supermarkt. Hier hat sich folgendes Prozedere eingespielt: Zunächst einmal schreibt Frau nicht nur eine Einkaufsliste, sondern ich schreibe meistens vier, manchmal fünf. Eine für jeden Laden, in den ich gehe bzw. wohl eher fahre. Das Meiste kaufe ich alles bei “Trader Joe’s”, meinem erklärten Lieblings-Lebensmittel-Geschäft. Das mag daran liegen, dass diese Kette einem der Aldi-Brüder gehört, aber für mich in erster Linie daran, dass man dort alles Wesentliche bekommt, die Qualität sehr gut ist und die Preise angemessen sind. Vieles ist “organic”, also Bio und sie haben eine super Weinauswahl 🙂 Dazu kommt auch noch dass ich mittlerweile die meisten Mitarbeiter persönlich kenne, man immer etwas zu Essen probieren kann, das einem ein freundlicher Trader Joe’s in einem schick geblümten Hawaii-Hemd mit einem Lächeln anbietet. Und auch daran, dass die Angestellten Sozialleistungen und vergleichbar gutes Gehalt bekommen. Und daran dass meine Kinder – zumindest bis vor einiger Zeit – immer den kleinen Stofftiger finden wollten, der jeden Tag neu im Laden versteckt wird. Findet man das Kuscheltier, geht man zum “corner desk” beim Eingang und bekommt einen fruit snack oder einen Lolli. Super Kinderbindung für Muttis, kann einen aber auch die ein oder andere stressige Shopping-Erfahrung bescheren, denn was macht man, wenn die lieben Kleinen das vermeintliche Vieh nicht finden können, und du auch nicht?? Dann kann das ein oder andere “Tantrum” (Wutanfall) auftreten und das ist gar nicht schön. Alle Mütter dieser Welt wissen genau wovon ich spreche.

Meine endgültige lebenslange Bindung an Trader Joe’s ist wahrscheinlich nach folgender Begebenheit entstanden: Auf einer Shopping-Tour konnte meine damals 5jährige den Tiger mal wieder nicht finden und zog einen Flunsch bis auf den Hardwood Floor. Ich gab die Suche nach etwa 10 Minuten auch auf, da es Zeit für ihre Turnstunde war und reihte mich in die Kassenschlange ein. Die Kassiererin sah das Gesicht meiner Tochter und fragte, was denn nicht in Ordnung sei. Nach kurzer Erklärung von mir – meine Kleine ist stur wie ein Bock manchmal – nahm sie sie kurzerhand an dieselbige, verließ ihre Kasse und ging mit meiner Tochter seelenruhig durch die Gänge und zeigte ihr den Tiger gleich über dem Regal mit Nudeln und Reis. Meine Tochter strahlte, kriegte einen Lolli und ich stehe für immer in der Einkaufsschuld dieses so sympathischen Ladens. Aldi Deutschland sollte sich von dem Service und der Freundlichkeit ihrer amerikanischen Kollegen eine Scheibe abschneiden. Ein paar schickere Klamotten könnten auch nicht schaden.

Zurück zu meiner weiteren Einkaufsroutine: Obst und Gemüse kaufe ich meistens beim “International Food Bazaar”, das Pendant zum Türken in Köln würde ich sagen. Gutes und günstiges Obst und Gemüse, internationale Produkte und auch viele deutsche Sachen. Dort kriege ich Rotkohl im Glas von Hengstenberg und Thomy Senf. Alles was man in den ersten beiden Geschäften nicht kriegt, muss man wahrscheinlich bei Safeway suchen. Ungefähr einmal im Monat gehe ich zu “Costco”, das ist wie die Metro und man kauft alles in großen Gebinden. Geriebener Käse,  Großpackung Nesquik Kakaopulver, Großpackung Organic Fruit Snacks, 2 Literflasche Vodka für den Gatten, Doppelpack Milch (8 Liter), 20 “pretzel rolls” = Laugenbrötchen, die echt gut sind, Bio-Hackfleisch und so weiter. Ab und zu gönne ich mich den Luxus zu “Whole Foods”, der größten amerikanischen Bio-Supermarkt-Kette zu gehen. Dort gibt es super Fleisch und Fisch, eine erstklassige Feinkostabteilung, ein kompletter Gang mit Körnern, Haferflocken, cereals, Hülsen- und Trockenfrüchten usw. Die Qualität der Produkte ist ohne Frage sehr gut aber der Preis ist teilweise sehr überzogen. Nicht grundlos nennen die Amis den Laden auch “Whole Paycheck”. Am Ende folgt dann noch die Fahrt zu  “Target”, wo ich Schulbedarf, Drogerie- und Haushaltsartikel, Kinderklamotten, Goldfish cracker, Peets Coffee und jedes Mal mindestens ein bis fünf Dinge  kaufe, die nicht auf meiner Liste standen….

“The odds of going to the store for a loaf of bread and coming out with only a loaf of bread are three billion to one.”

― Erma Bombeck

“I still believe in the Holy Trinity, except now it’s Target, Trader Joe’s, and IKEA.”

― Jen Lancaster

Funny clip über food shopping:  click here

Intro

Ich lebe seit fast sieben Jahren in Kalifornien, genauer gesagt im Silicon Valley, das  ja vielleicht bald schon ein selbstständiger Bundesstaat wird…

Unser Umzug hierhin hat sich eher zufällig ergeben, als mein Mann vor sieben Jahren einen Job beim Solar-Startup Nanosolar angeboten bekam. Damals wollte das Valley “grün” werden, was aber bis heute nicht wirklich gelungen ist.

Da wir schon immer mal eine Zeit im Ausland verbringen wollten, uns aber das Leben selbst irgendwie daran gehindert hatte sich aktiv um eine Realisierung dieser Idee zu kümmern, kam uns dieses Angebot gerade recht und das sonnige, hippe, zukunftsweisende Kalifornien wirkte aus der Ferne sehr überzeugend.

Uns ging es gut, die Kinder waren noch klein, wir noch keine 40, aber der Wunsch nach einer Veränderung, nicht die nächsten 20 Jahre im Kölner Alltag versumpfen zu wollen, war groß. Also, Sachen verkauft, verschenkt, verpackt und verschifft, Wohnung vermietet und ab in den Flieger. War eigentlich ganz einfach so im Rückblick, viel einfacher als vorher angenommen. Nachdem wir uns entschieden hatten. Nach gefühlten 100 Stunden von Diskussionen miteinander und mit Freunden und Familie. Und nach Claus Kleber und seiner Dokumentation “Amerikas andere Seite”, die am 11. Dezember 2007 ausgestrahlt wurde, als wir uns bereits entschieden hatten, umzusiedeln und das Visa schon beantragt war.

Ich muss sagen, dass ich die Überzeugungskraft Kaliforniens schwer unterschätzt habe. Mein Herz wird für immer diesem wunderschönen Teil der amerikanischen Westküste gehören, es ist ein Stück Heimat geworden und nicht deshalb, weil Google, Apple & Co. hier ein Stückchen Technologie-Geschichte schreiben, sondern weil es sich hier so wundervoll leben lässt. Die Sonne scheint durchschnittlich an 301 Tagen im Jahr, das heißt man kann so gut wie jeden draußen verbringen. Die Landschaft, Freizeit- und Ausflugsmöglichkeiten sind ein Traum und es gibt Unmengen von freundlichen und weltoffenen Menschen aus der ganzen Welt, die es einem leicht machen, sich willkommen und wohl zu fühlen.  Ich bin wirklich dankbar für die vielen Menschen, die ich kennenlernen konnte und für die einigen, besonderen, die wir unsere Freunde nennen dürfen. Hört sich fast wie das Paradies an, aber es mangelt dennoch am nötigen Heimatgefühl. So ganz gehört man eben doch nicht hier her und die Ruhelosigkeit und Geschwindigkeit, das ewige Streben nach beruflichen und finanziellem Status die hier im Valley herrschen, tragen für mich nicht unbedingt zu einem “heimeligen” Gefühl bei.

Heimat befindet sich nach wie vor ca. 9000 Kilometer weiter östlich von mir. Unsere Familie und alten Freunde sind dort und außer ihnen vermisse ich regelmäßig Brötchen vom Bäcker an der Ecke, die deutsche Ehrlichkeit und Direktheit, anständige, unabhängige Nachrichten, mehr Fahrräder als Autos auf der Venloer Straße, ein Reissdorf Kölsch aus der Flasche auf dem Brüsseler Platz und sogar ab und zu das Abendessen bei den Schwiegereltern. Es ist komisch, was einem so fehlen kann, wenn es weit weg ist. Ich weiß….

The grass is always greener on the other side.

Ferne Wiesen scheinen grüner.