Das waren traurige Nachrichten, die ich heute morgen auf Spiegel online lesen musste. 150 Tote bei einem Flugzeugabsturz eines Airbus 320 von Airbus in den Bergen Frankreichs. So viele Opfer auf einmal sind furchtbar, eine Schulklasse mit zwei Lehrern, mindestens ein Baby, schrecklich. Ich war sehr traurig heute und fühlte mich meiner Heimat so fern und doch nah. Fast alle meiner Freunde in Deutschland hätten im gleichen Flugzeug nach Düsseldorf sitzen können. Wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass dir genau das Gleiche hätte passieren können, wird dir die Bedeutung eines solchen Unglücks erst so richtig bewusst.

Bisher geht jeder von einem Unfall aus und jetzt mal ehrlich, ob es letztendlich menschliches Versagen, technische Defekte oder gar Fremdeinwirkung war – was im vorliegenden Fall wohl bereits ausgeschlossen wurde – für die Hinterbliebenen ändert das in ihrer Trauer und ihrem Schmerz wohl kaum etwas.

Manchmal bin ich jedoch wenig begeistert von der Berichterstattung bei einem solchen Flugzeugunglück. Durch die Menge der Toten bei dieser Art von Unglücken werden die Medien für mindestens eine Woche erstmal nur mit Analysen, Statistiken, Vorwürfen und Hintergrundberichten auffahren. In diesem Spiegel-Artikel von heute Abend wird schnellstmöglich die Airbus 320 Familie als statistisch sicherer hingestellt als die Boeing  737, na wer da wohl dahintersteckt? Und die Grafik über die Sicherheit des Fliegens im Allgemeinen wird gleich hinterher geschickt. Natürlich ist das grundsätzlich interessant, aber ist das an einem Tag wie heute wirklich wichtig? Sollte man nicht einfach erstmal traurig sein und sich um die Hinterbliebenen kümmern? Jeder kann in der Grafik doch sehen, wie sicher das Fliegen geworden ist und jeder weiß doch wohl auch, dass das Gefährlichste am Fliegen die Fahrt zum Flughafen ist. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber Unglücke wie diese passieren. Jeden Tag sterben hunderte von Menschen auf Europas Straßen und nur vergleichsweise selten liest man ein Statistik darüber, wie gefährlich Auto fahren ist oder wie man diese Unfälle vermeiden kann.

Ich wünsche mir für die Verunglückten, dass sie nur sehr kurz Angst oder Schmerz empfinden mussten und ich wünsche den trauernden Familien und Freunde viel Kraft und Menschen, die ihnen in dieser schweren Zeit beistehen!