Gestern wurde meine kleine Tochter operiert. Polypen raus und Mandeln “geschält”. Die OP ist super gelaufen und wird hier auch nur ambulant durchgeführt, so dass wir nur 3 Stunden nach der OP wieder nach Hause konnten. Ich war ziemlich beeindruckt vom ambulanten Operationssystem bei Kaiser Permanente. Jeder Patient hat dort immer bei OPs, beim Röntgen oder anderen Behandlungen ein Armband mit einem Barcode und so konnten wir Eltern, nachdem wir uns von unserer Tochter im Vorbereitungsraum verabschiedet hatten, immer sehen, wo unser Kind gerade war: Pre-OR (=OP), OR/in procedure oder dann in recovery. Das fand ich ziemlich angenehm für die wartenden Angehörigen bzw. Freunde. Der Arzt ist außerdem direkt nach der OP zu uns gekommen und hat uns genau erklärt, wie die OP gelaufen ist. 

Wie auch immer, zu Hause gab es natürlich dann extra Zeit auf dem ipad, jede Menge Fernsehen und popsicles (Eis am Stiel). Woraufhin sich unsere Große, just aus der Schule heimgekehrt, natürlich sofort über diese Ungerechtigkeit beschwert hat. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtig-keitssinn und alles muss hier “fair” zwischen den Schwestern ablaufen. Wir haben sie dann aufgeklärt, dass hier grad gar nix unfair ist, da sie vor 8 Jahren dieselbe OP hatte, die bei ihr allerdings nicht so reibungslos verlaufen war, da der HNO-Chefarzt des St. Franziskus Krankenhauses in Köln-Ehrenfeld mal richtig geschlampt hatte und sie, die blutspuckende 3jährige um 5 Uhr morgens nochmal notoperiert werden musste. Daraufhin haben wir ganze 3 Tage in diesem schrecklichen Krankenhaus verbracht und ihr den ganzen Tag vorgelesen, Puzzles gemacht, Hörspiele gehört, Pudding gefüttert und Fernsehen geguckt. Da fragte mich unsere Jüngste ganz erstaunt, warum ihre Schwester denn nicht auf dem ipad, iphone oder i-irgendwas spielen durfte. Sie sah mich sehr ungläubig an, als wir ihr erklärten, dass es damals noch keine iGeräte gab. 

Da ich nun heute, am Tag nach der OP, auch den Großteil des Tages neben meiner Tochter auf dem Sofa oder im Bett verbringe, sind mir all die Dinge eingefallen, die es vor nur 8 Jahren noch gar nicht gab oder mit denen ich in Köln zumindest noch nichts zu tun hatte. 

Heute sind sie ein fester Bestandteil unseres Lebens – und da ist es auch für mich manchmal schwer zu glauben, wie sich die Welt und unser Leben in den letzten 10 Jahren verändert hat.

Smartphones sind jünger als 8 Jahre! Was würden die Menschen im Silicon Valley und dem Rest der Welt nur ohne ihre smartphones machen?? Wenn du heute hier einfach so einen Menschen an der Straße stehen siehst, der nicht an seinem phone rumfummelt, willst du doch gleich anhalten und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Social Media: Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr, Pinterest… Ich benutze nur 2 davon, muss ich zugeben.

youtube: I absolutely love youtube, weil man da massenweise how to… Anleitungen für allen möglichen Mist findet. Dort habe ich neulich einen Verschluss für die Freundschaftsbändchen gefunden, dort hat mein Mann gelernt, wie er unseren Fernseher mit nur 3 Teilen für je 2 $ repariert und  dort finden die girls die Anleitungen für Rainbow Loom und Littllest pet shop accessories. Aber ich hasse auch youtube, weil es so unglaublich schwierig ist, einen Filter für kids drauf zu setzen. Für Hinweise bin ich dankbar.

Es gibt Apple Stores zwar schon seit 2001 in den USA, aber in Deutschland erst seit 2008 der erste Store in München eröffnet wurde. Apple stores sind einfach gut gemacht, Apple verkauft eben nicht nur gute Geräte sondern auch lifestyle und knowledge. Mancheiner wird jetzt behaupten, das ist der schlechte Einfluss meines Mannes, der für Apple arbeitet und schon absolut gebrainwashed ist, aber ich war eigentlich der erste Apple-Fan in der Familie und ich weiß den guten Service in den Stores wirklich zu schätzen. Die Genius bar hält was sie verspricht und bisher war keinem keine meiner Fragen zu blöd! Einmal hat ein Mitarbeiter mit Hingabe die Tastatur meines uralten weißen MacBooks gereinigt, während er mir erklärt hat, dass mein Macbook zu alt für den Software update wäre, so dass es hinterher fast wie neu aussah. For free!

Vor 10 Jahren gab es auch noch keine tablets, womit ich jetzt wieder bei Apple landen könnte… aber es gab auch noch keinen Amazon kindle und ich war bis vor einem Jahr auch noch eingeschworene Gegnerin von eReadern. Nachdem wir unserem Vater einen kindle paperwhite zum 70. geschenkt haben und ich ihn für ihn eingerichtet hatte, bin ich allerdings schwach geworden. Ich finde den paperwhite wirklich klasse und habe,  seitdem ich ihn besitze viel mehr gelesen sonst. Und zum Reisen ist eignet sich dieses Gerät einfach großartig.

Google Maps: Da wir noch nie Besitzer eines Navis fürs Auto waren, hilft uns Google Maps immer dann weiter, wenn wir uns wirklich nicht mehr auskennen.

Podcasts: Prima Sache, benutze ich persönlich eher sporadisch. Höre lieber Hörbücher auf audible. 

Netflix: Gibt es ja jetzt auch in Deutschland und wir gucken das Meiste, das wir sehen auf Netflix. Fernsehen was, wann und wo du willst. Gute Filme, Serien und auch viele interessante Dokus, bei denen ich hier im Fernsehen noch nicht mal wüsste, wo die alle laufen. Kinderserien auf Abruf, sehr nützlich, vor allem bei Krankheiten!

Blu-Ray: Haben wir nicht. 

Google driverless car: Haben wir auch nicht. 

Mal sehen was sich bis 2025 noch so alles ändern wird.